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Rezension: Pater Diabolus von Robert Gordian (eBook)

pater_diabolus120Die beiden königlichen Kommissare Lupus und Odo geraten in Ihrem dritten Fall an die Grenzen Ihrer Kräfte und Autorität. Trotz königlichem Mandat von Karl dem Großen können sie nicht verhindern, dass geistliche Männer ihre Immunität für weltliche Missetaten ausnutzen. Untätig müssen sie zusehen, wie vor Ihren Augen Erbschleicherei, Betrügerei, Gewalt und sogar Mord geschieht. Nur durch List können sie sich aus der geistlichen Fessel lösen und ihren Auftrag, Fränkisches Recht zu sprechen, ausführen.

Ein Duell königlicher gegen geistlicher Macht

Die Reise durch den Nordosten des Fränkischen Reichs führt die beiden königlichen Kommissare in die alte Heimat des edlen Odo. Mit Schrecken stellen die beiden fest, dass der Vetter Odos sich ganz der Aura eines zwielichtigen Mönches hingibt und kurz davor ist, all sein Hab und Gut und auch seine Tochter dem Kloster zu überlassen. Durch die Immunität des Klosters sind den beiden Protagonisten aber die Hände gebunden und so verlieren sie nach und nach ihr Ansehen und ihre Autorität bei der weltlichen Bevölkerung. Nur mit List, Geduld und viel Überzeugungsarbeit gelingt es dem Mönchen Lupus und dem Edlen Odo Unterstützung für ein nicht ganz einfaches Unterfangen gegen die kriminellen Machenschaften der korrupten Mönche zu gewinnen.

List und Witz, statt Faust und Schwert

Wie schon bei den ersten beiden Fällen lebt die Spannung der Geschichte nicht von spektakulären Mäntel und Degen Kämpfen oder von Glanz und Gloria der königlichen Welt. Der historische Roman Pater Diabolus fasziniert und begeistert durch die verzwickten Situationen, der damaligen rechtlichen und politischen Situationen. Die beiden Königsboten kämpfen sich nicht mit Schwertern zum Recht, sondern versuchen mit origineller List die rechtlichen und politischen Fallgruben zu umgehen, um am Ende für Recht und Ordnung zu sorgen. So bringt Odo ein für seinen Vetter Unheil bringendes Testament in seinen Besitz, in dem er anzweifelt, ob es sich um Eigentum oder um nicht vererbbaren Benefitz des Königs handelt. Auf die ein oder andere schöne Edle oder auf eine zeitgemäße wilde Rauferei muss der Leser dabei aber nicht verzichten.

Knisternde Spannung zwischen den Protagonisten

Sehr erfreulich ist, dass es bei Robert Gordians Pater Diabolus zwischen den beiden so unterschiedlichen Protagonisten endlich einmal knallt. Bei der Rezension von Saxnot stirbt nie und  der Rezension von Demetrias Rache hatte ich angemerkt, dass Robert Gordian leider das mögliche Potential an Witz und Spannungen zwischen dem ängstlichen, braven Mönch Lupus und dem edlen Haudegen Odo nicht voll ausschöpft. Dies ist nun ganz anders:

„Halt Dein Maul, geschwätziger Kuttenbock!
„Gut, ich halte mein Maul. Halte Du dein Großmaul!“

„Buchstabenscheißer!“
„Analphabet!“
„Mönchsfurz!“
„Aristokratendreck!“
…..

Im dritten Fall erhalten die Protagonisten ein sehr attraktives Profil und ihr Zusammenspiel spannungsvolle Konfrontationen. Das macht den historischen Roman sehr unterhaltsam und kurzweilig.

Wo war der Lektor?

Ich bin kein Experte der deutschen Sprache und auch kein Pfennigfuchser. Aber mir viel auf, dass in der mir vorliegenden eBook Ausgabe viele einfache Schreibfehler waren. Ein paar Beispiele:

„Ich merke schon, du hast ,ich durchschaut….“ („,ich“ satt „mich“)
„Es war der einzige Ausweg,“ (auch hier ein Komma zu viel)
„…unter dessen Gewicht si stöhnten…“ („sie“ statt „sie“)

Fazit:

Absolut lesenswert! Eine stimmiger Kriminalfall in einem athentisch historischen Milieu und zwei sympathische Protagonisten mit Herz, Mut und auch Fehlern bilden einen wundervollen unterhaltsamen Roman. Trotz der auffallend vielen Rechtschreibfehler (da sehe ich einmal ‚drüber weg, der Lektor ist schuld) gibt es von mir auf dem Kulturmeter fünf von fünf Kreuzchen für Robert Gordians Pater Diabolus.

Das 253-seitige eBook (ePUB) ist am 19.04.2013 im Verlag dotbooks erschienen (ISBN: eBook 3-9552025-6-9).

kulturmeter5

 

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