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Rezension: Pilger und Mörder von Robert Gordian (eBook)

robertgordianpilgerundmörder120Zum fünften Mal ziehen die beiden Königsboten Odo und Lupus durch das fränkische Reich, um im Namen Karl des Großen in den abgelegenen zum Teil noch mit heidnische Bräuchen geführten Provinzen des großen Reiches modernes fränkisches Recht auszusprechen. Der Mord an einen Bischoff stellt die beiden Königlichen Kommissare dabei vor eine schier unlösbare Aufgabe.

Ein ermordeter Bischoff ist eine willkommene Abwechslung für Odo und Lupus, die sich ansonsten nur mit der Rechtsprechung alltäglicher Delikte, wie Viehdiebereien oder Erbstreitigkeiten befassen müssen. Zwar hat das örtliche Gericht unter dem Vorsitz des Grafen schnell einen Schuldigen gefunden und verurteilt, doch der skeptische Mönch Lupus ist nicht von dessen Schuld überzeugt. Er möchte die Unschuld des zu Unrecht verurteilten Juden Tobias beweisen und den wahren Mörder verurteilen. Es scheint aber, dass niemand an der wahren Aufklärung des Mordes Interesse hat. Auch sein Weggefährte Odo kann sich für eine neue Untersuchung des Falls nicht vollends begeistern. So ermittelt Lupus auf sich alleine gestellt und muss dabei einen Knoten aus Rache, Erbstreitereien und Machtmissbrauch lösen.

Die Geschichte Pilger und Mörder von Robert Gordian weicht von den vorangegangenen Odo und Lupus Geschichten von seiner Art her sehr ab. Zu ersten Mal kommen die beiden reisenden königlichen Kommissare an einen Ort, an dem Sie schon einmal auf Ihre abenteuerliche Art fränkisches Recht sprechen mussten. Damals ging es um den windigen Mönch Pater Diabolus. So trifft der Leser auf bekannte Begebenheiten und Figuren, allen voran auf den Comes (königliche Verwalter) Graf Magnulf. Auch die Lösung des Falles wird im aktuellen Roman anders als gewohnt herbei geführt. Stand in den ersten vier Geschichten noch eine Gerichtsverhandlung als Ort der Wahrheitsfindung im Mittelpunkt, ist es nun eine klassische Falllösung mit Faktensuche und Zeugenbefragungen. Diese neuerlichen Ansätze machen den fünften Odo und Lupus – Band aber nicht minder spannender oder unterhaltsamer. Von Anfang an ist der Leser von der Handlung gefesselt und die authentische, spannende Erzählweise Gordians macht es dem Leser schwer, das Buch aus der Hand zulegen.

Der Fall des ermordeten Bischoffs kann auch als Fall Lupus bezeichnet werden, denn der fromme Mönch wächst in der Geschichte über sich hinaus. War er bislang, der ängstlich, besonnenere Part des historischen Ermittlerduos, entwickelt er nun Eigenschaften, die man bislang an ihm nie sah. Mutig und entschlossen begibt er sich ohne seinen beschützenden Gefährten Odo auf eine mehrtägige nicht ungefährliche Ermittlertour durch die Region, bei der er neben kriminalistischer List auch ein noch nie an ihm erkanntes mutiges und raffiniertes Handeln aufblitzen läßt und sogar seinem Wachmann Helko das Leben rettet. Die starke Dominanz des Protagonisten Odo führt auch dazu, dass die ganze Geschichte weniger durch Odos archaische Mantel und Degen Situationen als durch raffiniert Krimielemente an Spannung gewinnt. Das gibt dem Buch einen besonderen Unterhaltungswert, da man es so nicht erwartet

Fazit:

Der fünfte Odo und Lupus – Fall ist ein besonderer Fall, der sich von den vorherigen Fällen deutlich abhebt. Dies tut der Serie um die beiden königlichen Kommissare sehr gut, verfällt sie somit nicht in ein ewig gleiches Fahrwasser. Die Geschichte ist bis zum auflösenden Ende sehr spannend und unterhaltsam. Ich gebe dem historischen Roman alle fünf möglichen Kreuzchen auf dem Kulturmeter.

Das 241-seitige eBook (ePUB) ist im Mai 2013 im Verlag dotbooks erschienen (ISBN: eBook 978-3-95520-258-3).

kulturmeter5

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