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Rezension: Eiskalter Schlaf – Poesie des Bösen von Astrid Korten (eBook)

eiskalterschlafastridkorten120Der Thriller Eiskalter Schlaf – Poesie des Bösen von der niederländischen Autorin Astrid Korten ist der Fortsetzungsroman von Eiskalte Umarmung: Poesie der Angst. Trotz vieler Bezüge zu diesem ersten Band um das Martyrium der Anna Gavaldo ist der neuere Thriller auch zu verstehen ohne dass Eiskalte Umarmung: Poesie der Angst gelesen wurde. Die Protagonistin Anna versucht mittels Hypnose bei einem befreundeten Psychologen ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und gerät dabei immer mehr in ein gefährliches Wahrnehmungs- und Gefühlschaos. Gleichzeit treibt ein brutaler Auftragskiller eine Mordserie quer durch Europa. Kommissar Benedikt van Cleef steht privat, wie auch beruflich zwischen beiden Fällen und erkennt erst sehr spät, dass beide Fälle eine Verbindung haben.

Eiskalter Schlaf – Poesie des Bösen ist ein sehr intensiver Thriller, dessen Handlung zum großen Teil aus psychologischen Extremverhalten besteht. Brutal-bestialische Tötungs- und Folterakte, irreale Traumsequenzen und psychologisch labile Gedankenwelten wechseln sich permanent wieder ab. Was auf mich zunächst faszinierend wirkte, erschien mir im Verlauf der Lektüre aber immer langatmiger. Astrid Korten scheint in psychologischen und pathologischen Dingen sehr akribisch recherchiert zu haben, mir kommt aber alles zu geballt und zu voluminös herüber. Die ganze Geschichte ist ein Blick in menschlichen Abgründe. Das führt dazu, dass die Story trotz authentischer Fakten zunehmend sehr unrealistisch wirkt. Zeitweise hat man das Gefühl, das in dem Buch nur  psychologische Wracks auftreten. Mir fehlen alltägliche, normale Sequenzen, die die Geschichte wieder in einen glaubwürdigeren realistischen Rahmen setzen. Der starke Fokus auf extreme Situationen führt leider auch dazu, dass die durchaus beeindruckende Grundstory nicht so richtig zu Geltung kommt.

Etwas enttäuscht war ich auch von der Figur des Kommissars Benedikt van Cleef. Dieser kommt zwischen den psychologischen Extremtypen überhaupt nicht zur Geltung. Kriminalistische Elemente gibt es kaum, van Cleef scheint immer zu spät zu kommen und beide Handlungsstränge lösen sich dann auch mehr oder weniger von selber. Etwas sehr konstruiert empfinde ich zudem den sich zum Ende des Buches entwickelnden und offen endenden Handlungsstrang um die hochschwangere Frau des Kommissars und dem Auftragskiller. Hier hat man das Gefühl, dass Frau Korten eine Verbindung zu einem eventuellen dritten Band knüpft.

Fazit:

Astrid Kortens Buch Eiskalter Schlaf – Poesie des Bösen ist ein spektakulärer Thriller für die Fans von psychologischen Extremen, der mehr auf große Momente als auf eine spannende Geschichte baut. Die Freunde kniffliger kriminalistischer Fälle kommen eher zu kurz. Mir waren die Thrillermomente etwas zu dick aufgetragen und empfand es als sehr schade, dass die gut gedachte Story dadurch in den Hintergrund gedrängt wurde. Ich gebe dem Werk, das ich freundlicherweise von Blogg dein Buch zur Verfügeung gestellt bekommen habe, drei von fünf Kreuzchen auf dem Kulturmeter.

Das 409-seitige eBook ist im Marz 2014 erschienen im Verlag dotbooks (ISBN: 978-3-95520-310-8) und hier erhältlich.

kulturmeter3

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