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Rezension: Das Buch des Kurfürsten von Marlene Klaus

das_buch_des_kurfuersten120Der historische Roman Das Buch des Kurfürsten von Marlene Klaus handelt von der Entführung einer Magd im Heidelberg des 16. Jahrhunderts und ihrer langen und beschwerlichen Flucht vor ihren Peinigern zurück in die Heimat. Während die Magd Hedwig gemeinsamen mit dem Waliser Ryss, den sie zufällig auf der Flucht kennengelernt hat, durch Schnee und Wildnis stolpert und versucht  sich und Ihr Baby gesund nach Hause zu bringen, gerät zu Hause ihr Ehemann Philipp immer mehr in ein Gefühlschaos zwischen der Liebe zu seiner Frau und dem Pflichtgefühl gegenüber seinem Herzog.

Ein schönes Buch, welches ich dankenswerterweise über die Buchcommunity Blogg dein Buch für eine Rezension erhalten habe.

Die Story

Die Geschichte Das Buch des Kurfürsten um Hedwig, Ryss und Philipp ist sehr außergewöhnlich. Bei der Entführung Hedwigs  geht nicht um klassische Motive, wie Geld oder Liebe. Das Motiv liegt vielmehr in der damals vorherrschenden Spannung zwischen den sich modernisierenden Fürstentümern und den immer mehr in die Defensive gedrückten freien deutschen Ritterfamilien. Als Kanzleiknecht des pfälzischen Fürsten gerät Philipp in den schwelenden Konflikt zwischen den beider Parteien. Dass die Geschichte sich dennoch nicht zum reiner politischen Thriller entwickelt, verdankt sie der sehr gefühlvoll und detailliert beschriebenen Beziehung  zwischen Hedwig und Ryss, die sich im Laufe der gemeinsamen Flucht vor ihren Peinigern immer näher kommen.

Was ich bei diesem Roman etwas vermisse sind mehr spannende Momente oder überraschende Wendungen. Schon früh ist dem Leser und der Leserin bewusst, um was es geht und wer der Böse ist. Auch das Ende läuft relativ glatt und überschaubar ab. Bei der Geschichte, den Protagonisten und dem Ort der Handlung hätte ich mehr Potential für originelle Wendungen oder einer ausgefallenen Auflösung des Falls  in der Geschichte gesehen. Dafür hat es die Autorin Marlene Klaus aber in bemerkenswerter Weise geschafft, die Emotionen zwischen den Protagonisten spürbar werden zu lassen. Liebe, Freundschaft, Pflichtgefühl, Angst und Verrat werden der Leserin und dem Leser immer wieder sehr nahe gebracht.

Fazit:

Marlene Klaus‘ Roman Das Buch des Kurfürsten würde ich als gefühlvollen historischen Politkrimi bezeichnen, der es schafft spannend und zugleich gefühlvoll zu sein und dem ich vier von fünf möglichen Kreuzen in meinem Kulturmeter gebe. Ich hoffe wirklich, dass es um Hedwig noch weitere historische Kriminalfälle zu lesen gibt. Potential hat die Magd, hat die Stadt und hat die Zeit.

Das Buch des Kurfürsten hat 440 Seiten und ist im September 2012 erschienen im Dryas Verlag. Es ist hier bestellbar.

kulturmeter4

 

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3 thoughts on “Rezension: Das Buch des Kurfürsten von Marlene Klaus”

  1. Hallo,

    oh je, schon wieder was für die Wunschliste, klingt sehr gut!
    Die ist doch seit der Bloggeraktion eh ins Unermessliche gewachsen….
    Gut, dass zumindest ein Teil in meiner Bücherei zu finden ist.
    Und mir als Gestalterin fällt natürlich auch das tolle Cover auf 🙂

    Ich schreibe auf meinem Blog keine Rezensionen, da ich Bücher vorstelle, an denen ich bei der Herstellung beteiligt war. Möchte nicht voreingenommen wirken. Deshalb bei mir „nur“ der Klappentext.

    Viele Grüße
    Julia

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