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Rezension: Panikattacke Deluxe von Romy Fischer

PanikattackeDeluxeRomyfischer120Im aktuellen Buch der Comedy-Autorin Romy Fischer geht es um die witzige Verarbeitung einer überhaupt nicht komischen Erkrankung. Fischer leidet an krankhaften Panikattacken, die in ihrem Alltag für extreme Belastungen sorgen. Doch anstatt die Krankheit tatenlos hinzunehmen, schreibt sie sich ihr Leiden und ihren Frust auf ironische und sarkastische Art und Weise von der Seele. Eine sehr offene und persönliche Erzählung, in der es aber an Komik nicht mangelt.

Psychologie trifft Comedy

Romy Fischer beschreibt in ihrem Comedy-Buch Panikattacke Deluxe die Entwicklung, den Alltag und mögliche Ursachen Ihrer Krankheit. Sie verzichtet dabei aber auf eine leidvolle Erzählung mit langatmigen, medizinischen Abhandlungen. Sie beschreibt vielmehr die Lebenssituationen auf ironische Weise. Der extreme Kopfschmerz bei ihrer ersten Attacke wird  zum Beispiel nicht klagend geschildert sondern mit den Worten „In meinem Kopf schlugen bislang mehr Blitze ein, als in das Empire Statebuilding“. Dies vermittelt dem Leser sehr eindrucksvoll viel Wissen über diese psychische Erkrankung ohne langweilig zu werden.

Schuld sind immer die anderen

Auch wenn das Buch grundsätzlich sehr unterhaltsam ist, wird es im Verlaufe der Geschichte aber immer schwieriger, sich für die Erzählung zu motivieren. Es fehlt ein wenig der Spannungsbogen oder ein roter Faden, an dem die Geschichte entlang läuft. Fischer beschreibt immer wieder Nebenschauplätze und längere Rückblenden etwa auf ihre Mutter-Tochter-Beziehung. Dies wird beim Lesen zunehmend mühsamer. Auch die Art der Komik wirkt auf mich zunehmend langatmiger; es gibt keine Pointen, die zwischendurch für einen motivierenden Aha-Effekt sorgen. So dümpelt die Erzählung von Situation zu Situation nach 144 Seiten zum Ende. Anders als bei Die Leiden einer jungen Ebay-Verkäuferin baut Fischer auch immer wieder ihre ironischen und sarkastischen Situationen auf Kosten der Antagonisten auf. Ursache der vielen für sie nervenden Umstände sind etwa die zu langsame Verkäuferin, das nervende Stadtfest, der sabbelnde Sanitäter oder die unfähige Hausärztin. Sie selber steht immer über den Dingen, was zuweilen auch etwas überheblich wirkt. Mir fehlt es an ausgleichender Selbstironie.

Fazit:

Romy Fischers Comedy-Erzählung Panikartikel Deluxe ist ein sehr unterhaltsames und komisches Buch über die Krankheit und das Leben mit Panikattacken. Sie zeigt die ironische und sarkastische Seite der außergewöhnlichen Alltagssituation mit der Krankheit. Leider fehlt es aber an Pointen oder originellen Wendungen, so dass die Erzählung zum Ende hin etwas langatmig wirkt. Ich bewerte das Buch von Romy Fischer dieses Mal nur mit drei von fünf Kreuzchen auf dem Kulturmeter.

Panikattacke Deluxe von Romy Fischer ist als 144-seitiges broschiertes Buch am 20. Dezember 2013 bei Books on Demand erschienen (ISBN: 978-3732292912)

kulturmeter3

 

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1 thought on “Rezension: Panikattacke Deluxe von Romy Fischer”

  1. Interessante Kritik! Ich habe mich am Humor gestört, aber auf die Pointen habe ich gar nicht geachtet. Die Passage von der Mutter fand ich ziemlich gut, mir fehlte sogar die Tiefe. Antagonisten sind für mich im Buch oft ‚die anderen‘ Allerdings ist es phasenweise sehr tief und ich konnte etwas mitnehmen. Übrigens: Das angesprochene Maschseefest findet an einem See in Hannover statt. Es ist also kein Stadt-, sondern eher ein Stadtteilfest.

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