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Rezension: Stille Wasser – Commissario Brunettis sechsundzwanzigster Fall von Donna Leon

Seit rund drei Wochen gibt es den Regalen der Buchhandlungen den neuesten Fall des wohl berühmtesten italienischen Kommissars. Zum sechsundzwanzigsten Mal ist Donna Leons venezianischer Commissario Brunetti wieder auf Verbrecherjagd. Für Liebhaber spannender Kriminalromane ein absolutes Muss.

Ein Vierteljahrhundert aufopferungsvolle, kriminalistische Finesse

Seit 1992 ermittelt der melancholische Commissario nun schon in den Gassen und im Umland von Venedig. Dabei musste er gegen viele Kriminelle vorgehen; aber auch gegen die Korruption in der Polizei und die Vetternwirtschaft in der Politik ankämpfen. Dieser immer fortwährende einsame Kampf um die Gerechtigkeit hat Brunetti in den zurückliegende 26 Jahren so sehr zermürbt, dass er im aktuellen Fall eine Auszeit nehmen muss, um seine physische und psychische Erschöpfung auszukurieren.

Gerechtigkeit kennt keine Auszeit

Brunetti wird für seine Auszeit in eine kleines Lagunendorf vor Venedig geschickt. Dort streift er mit Kanutouren und einfachem, ländlichen Leben zusammen mit seinem entfernten Verwandten Davide die schwere Last seines Berufsalltags ab. Als Davide nach einem schweren Unwetter Tod an seinem Boot gefunden wird, wacht sein Ermittlerinstinkt wieder auf. Der Commissario glaubt nicht an die Unfall- und Suizidtheorien. Zu sehr beschäftigen ihn Davides außergewöhnlichen Handlungen und Bemerkungen der zurückliegenden Tage. Und auch dessen Interesse an den ominösen toten Bienen in der Region. Zusammen mit der örtlichen Polizei nimmt er die Ermittlungen auf, die viele Jahre zurückgreifen.

Ein Kriminalroman mit Zeitgeist

Der 26. Brunetti ist ein sehr persönlicher Kriminalroman. Er zeigt einen erschöpften und zweifelnden Commissario, der seine persönlichen Grenzen erreicht hat und nicht mehr so weiter machen kann, wie bisher. In Zeiten zunehmender beruflicher und privater Erschöpfungen bis hin zu Burnouts wirkt die aktuelle Entwicklung des venezianischen Protagonisten sehr authentisch, nachvollziehbar und zeitgemäß. Donna Leon schafft es in gewohnter Souveränität einen Spannungsbogen aus der privaten Situation Brunettis heraus in einen spannenden und ausgefuchsten Kriminalfall zu ziehen. Brunettis Gespräche, Rückschlüsse und Ideen sind auch nach 26 Jahren unwiderstehlich originell, intelligent und einzigartig.

Fazit:

Ein muss für alle Brunetti Fans! Aber auch absolut empfehlenswert für Liebhaber guter Kriminalromane. Spannende Handlungen, originelle Dialoge und die einzigartige, atemberaubende Kulisse machen Donna Leons 26. Brunetti Kriminalroman Stille Wasser zu einem Highlight der diesjährigen Neuerscheinungen. 5 Kreuze auf dem Kulturmeter gibt es dafür!

Erschienen ist der 352seitige Kriminalroman am 24. Oktober 2018 im Diogenes Verlag (978-3-257-24455-7)

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