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Rezension: Moldaumond von Norman Dark

MoldauMondnormandark120Lange Zeit nach dem tragischen Familienunglück in einer Prager Villa kommt Lukas, der Sohn der Familie, aus der Klinik wieder zurück in sein Elternhaus. Die Abneigung gegen den neuen Lebensgefährten seiner Mutter entwickelt sich immer mehr in Hass. Verbissen versucht er mithilfe seines Bruders Marek hinter das Geheimnis dieses Mannes zu kommen, um seine Mutter vom schlechten Einfluss ihres Freundes zu überzeugen. Zur gleichen Zeit geschehen in Prag grausame Morde an Männern, die im Internet nach erotischen Abenteuern suchen. Für Kommissar Ondrej Klabusnik ein schwerer und zugleich lebensgefährlicher Fall.

Zwei Handlungen, eine Geschichte

Der Kriminalroman Moldaumond ist ein spannender Krimi, der aus zwei parallel erzählten Handlungen besteht. Der brutale Serienmord an abenteuerlustigen Männern und die leicht mystisch wirkende Familientragödie in einer Villa der Prager Vorstadt. Zum Ende des Buchs laufen die Geschichten dann in einem packenden Showdown an eine Ort zusammen. Hier muss dem Autor schon fast Ideenverschwendung vorgeworfen werden, denn beide Handlungen haben von der Idee, wie auch von den Protagonisten her das Potential für einen eigenen Roman. Zum einen der sympathische Kommissar Ondrej Klabusnik, der den Leser in das Nachtleben der Goldenen Stadt führt und zum anderen die spannende Familientragödie um den frustrierten Rollstuhlfahrer Lukas. Der Wechsel zwischen den beiden Handlungen sorgt aber auf jeden Fall für einen temporeichen und unterhaltsamen Roman.

Die Goldene Stadt als eindrucksvoller Handlungsort

Norman Dark hat seinen Roman an einem denkbar eindrucksvollen Ort platziert. Die Tschechische Hauptstadt Prag steckt voll spannender und historischer Orte und steht den klassischen Kriminalschauplätzen, wie London, New York oder aktuell Ostfriesland in nichts nach.

Die Protagonisten

Die Figuren des Romans sind allesamt sehr einfühlsam und authentisch entwickelt. Wenn Lukas über sich oder die Familie spricht, fühlt der Leser förmlich die Frustration und Enttäuschung über sein Schicksal. Sehr sympathisch und echt wirkt auch das ausgewogene Verhältnis von kriminalistisch-beruflichem und privaten Tun und Handeln des Prager Kommissars.

Fazit

Der Kriminalroman Moldaumond von Norman Dark ist ein Paradebeispiel dafür, dass es sich lohnt abseits der kommerziell kräftig gepushten Bestsellerlisten in den Programme der vielen unabhängigen Verlage zu stöbern. Denn dort finden sich außergewöhnliche Geschichten und besondere Protagonisten, die nicht nur nach den Mustern der aktuellen Trends beliebter Szenerien und Charakteren gestrickt sind. Eine stimmige Geschichte, ein eindrucksvoller Schauplatz und außergewöhnliche Protagonisten machen dieses Buch zu einem Leseerlebnis, dem ich gerne vier von fünf Kreuzchen auf dem Kulturmeter gebe.

Das 184seitige Buch ist am 2. August 2013 im hnb-Verlag erschienen (ISBN: 978-3-944266-04-6).

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