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Rezension: Dreimal schwarzer Kater von Philippe Georget

philippeGeorgetDreimalSchwarzerKater120Passend zur heimischen Hitzewelle habe ich mich am gefühlvoll-spannenden und heißen Katalonien-Krimi Dreimal schwarzer Kater von Philippe Georget erfreuen dürfen. Das Rezensionsexemplar, welches ich dankenswerterweise über vorablesen.de erhalten habe war schnell gelesen. Protagonisten, Schauplatz, Story und Schreibstil haben mich sehr überzeugt und machen Lust auf mehr Georget.Eine Reihe von Übergriffen auf niederländische Frauen macht der Polizei im französischen Nordkatalonien schwer zu schaffen. Eine Frau ist brutal erschlagen am Strand gefunden worden, eine weitere wurde entführt und die dritte entging offensichtlich nur knapp einer Entführung. Das große Team um Inspecteur Gilles scheint dem Täter, der sich ein perfides Katz und Maus – Spiel mit der Polizei erlaubt, immer einen Schritt zu spät hinterher zu laufen. Die Zeit wird eng, denn die entführte Holländerin schwebt in akuter Todesgefahr.Der Roman Dreimal schwarzer Kater von Philippe Georget ist ein sehr reizvoller Krimi. Reizvoll, da alles sehr authentisch und gefühlvoll beschrieben ist. Der Protagonist Inspecteur Gilles ist ein und sympathischer und ganz normaler französischer Polizeibeamter, der privat und auch beruflich seine Probleme hat. Privat, da er das Glück mit seiner Frau anzweifelt, beruflich, da er als Querdenker nicht überall gern gesehen und gehört ist. Beide Ebenen sind aber nur dezent präsent und lenken nicht den Blick auf die wesentliche Krimihandlung ab. Vielmehr begründen sie den ein oder anderen Gedankengang Gilles bei den Ermittlungen.

Reizvoll ist auch der Schauplatz. Nordkatalonien, der französische Teil des ehemaligen katalonischen Fürstentums strahlt eine sommerlich, mediterrane Atmosphäre aus. Georget schafft es, dieses sommerliche Umfeld intensiv, aber frei von klischeehafter Reiseführerromantik zu beschreiben. Besonders hat mir auch die sprachliche Ausdrucksweise gefallen. Philippe Georget lässt die Vögel nicht einfach nur zwitschern, sie „sangen ihre ewige Hymne an das Leben“.

Das Wesentliche bei einem Krimi ist aber immer noch der Fall an sich. Auch hier überzeugt Dreimal schwarzer Kater von Philippe Georget. Eine spannende Handlung bis zum Schluß, die dadurch vorangetrieben wird, dass die Suche nach der entführten Holländerin immer dramatischer wird und der Täter ein sehr ausgetüfteltes Katz und Maus – Spiel mit der Polizei treibt. Georget verzichtet auf spektakuläre Momente, wie Schießereien oder Verfolgungsjagden. Er spiegelt vielmehr eine authentische Polizeiarbeit mit Teambesprechungen, Faktensuche und Befragungen wider, in dessen Mittelpunkt der Querdenker Inspecteur Gilles steht. Etwas schwach wird es zum Schluss, denn das Motiv des außergewöhnlichen Täters kommt nicht ganz zu Tage; das „Warum“ bleibt etwas vage.

Fazit:

Ein schöner Sommerkrimi für die heiße Jahreszeit mit einem besonderen Inspektor, reizvollen Schauplätzen, perfidem Täter, origineller Story und außergewöhlich lesenswertem Schreibstil, dem ich gerne vier von fünf Kreuzchen auf dem Kulturmeter gebe.

Der 480-seitige Kriminalroman ist am 9. Mai 2014 im Ullstein Buchverlag erschienen (ISBN: 9783548286143).

kulturmeter4
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