Bücher Rezensionen Romane & Erzählungen

Rezension: Der Luftspringer von Axel Gora

axelgoraderluftspringer120Der historische Roman Der Luftspringer von Axel Gora handelt vom turbulenten und eindrucksvollen Leben des Akrobaten Arcangelo Tuccaro, der es aus einer kleinen wandernden Akrobatenfamilie heraus zum angesehenen Luftspringer an den Höfen Europäischer Adelshäuser schafft. Die Geschichte lehnt sich sehr stark an der historisch belegten Person und bereichert die Geschichte mit einem kleinen Touch Krimi.

 

Zur Handlung

Nach der emotionalen Trennung von seiner Familie, die sich als traditionsreiche Seiltänzerfamilie in Frankreich ihr Brot verdient, macht sich der Akrobat Arcangelo Tuccaro alleine auf den Weg, um seine Leidenschaft, die bis dato eher unbedeutenden akrobatischen Disziplin des Luftspringens, zu perfektionieren und ihr zur gesellschaftlichen Anerkennung zu verhelfen. Durch Fleiß, Ehrgeiz und Neugier schafft er es, sich bis zum ersten Luftspringer am Wiener Hof und zuletzt am Hofe König Karls IX. in Paris zu springen. Sein zufälliges Wissen um einen Ehebruch in adeligen Kreisen bringt ihn aber in höchste Gefahr, und auch die Liebe zu Maria, der Schauspielerin lenkt ihn ein ums andere Mal von seine Profession des Luftspringen ab.

Höfischer Alltag, statt Glanz und Gloria

Axel Gora hat mit seinem historischen Roman Der Luftspringer ein sehr authentisches Werk geschaffen, das den Leser und die Leserin sehr schnell in das Europa des 16. Jahrhunderts führt. Das liegt vor allem an den vielen historisch realen Personen und den liebevoll beschriebenen Orte der Handlung. Besonders bemerkenswert an der Geschichte ist aber die Beschreibung des Lebens am Hofe und das Zusammenleben zwischen der adeligen und der unteren Schicht. Kein pompöser Glanz, kein kitschiges oder staatsmännisches Getue, sondern fast schon banaler Alltag, etwa als der österreichische Kaiser Maximilian mit seinen Beratern darüber plaudert, ob Leibesübungen allgemein und im speziellen für seine Tochter Prinzessin Elisabeth standesgemäß wären und welche Bekleidung dafür geeignet sei. Diese eher ungewöhnliche aber sehr authentische Beschreibung des Adels der damaligen Zeit und der sehr angenehme und unterhaltsame Schreibstil machen das Buch zu einem sehr schönen Leseereignis.

Wenig Krimi

Der Roman wird als historischer Kriminalroman angekündigt und ausgelobt. Hier muss sich aber der Autor (oder der Verlag?) Kritik gefallen lassen. Auch wenn sich der Protagonist Arcangelo durch sein zufälliges brisantes Wissen in einer gefährlichen Situation befindet, die durchaus die Geschichte mit etwas Spannung bereichert, so kann Der Luftspringer nicht als Krimi bezeichnet werden. Der Schwerpunkt und auch der überwiegende Teil des Buches liegen auf der Geschichte um die Karriere und das Lebenswerk des Akrobaten. Daran ändert auch nichts die kurze und furiose Verfolgungsjagd durch die Pariser Straßen auf den letzten Seiten des Buchs.

Fazit:

Der Luftspringer von Axel Gora ist ein wunderschöner, unterhaltsamer historischer Roman, der eine außergewöhnliche Geschichte erzählt und seine Zeit sehr authentisch und lebendig beschreibt. Bei der Bewertung tue ich mich sehr schwer. Wenn ich Der Luftspringer als Krimi bewerten sollte, wie er eigentlich ausgelobt ist, müsste ich sehr kritisch sein und eine ungünstige Bewertung vergeben. Da aber die Geschichte, die Erzählweise und auch die Protagonisten sehr interessant und lesenswert sind, gebe ich Axel Goras Werk am Kulturmeter aber trotzdem vier von fünf Kreuzchen.

Das 341 Seiten starke Buch Der Luftspringer von Axel Gora ist am 5. August 2013 erschienen im Gmeiner Verlag (ISBN: 9783839214633).

kulturmeter4

Follow on Bloglovin

Ich bitte Sie um eine Bewertung dieses Artikels

Es gibt noch keine Bewertungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.