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eBook Markt: Deutscher Buchhandel attackiert Amazon

tolino_shine_wb-shop120Der deutsche Buchhandel will den boomenden eBook-Markt doch nicht kampflos dem US-amerikanischen Konzern Amazon überlassen. Nach jahrelanger Halbherzigkeit haben sich die Marktbegleiter Weltbild, Hugendubel, Thalia und Bertelsmann Club mit dem technischen Partner Telekom zusammengetan, um den eBook Reader Kindle Paroli zu bieten. Mit dem Reader Tolino shine sollen Marktanteile erobert, aber auch ein Stück deutscher und europäische Kultur verteidigt werden.

Die zweite Chance des Deutschen Buchhandels

Seit 2009 bietet der Deutsche Buchhandel die elektronischen Bücher an. Erst zwei Jahre später trat Amazon mit dem Kindle auf den Markt, um sich vom damals noch kleinen in der Findung befindlichen Markt ein Stückchen abzuschneiden. Trotz eines komfortablen Vorsprungs von gut zwei Jahren schafften es die deutschen Buchhändler aber nicht, den US-amerikanischen Neueinsteiger auch nur ansatzweise das Leben zu erschweren. Amazon war mit seinem eBook-System um das technische Wunderwerk Kindle in kürzester Zeit Marktführer. Libri, Thalia, Weltbild und Co. Hatten den neuen Wettbewerber unterschätz oder böse formuliert Ihre technischen und vertrieblichen Möglichkeiten bei diesem neuen Medium schlicht überschätzt.

Eine Allianz für den deutschen Buchhandel

Spät, aber nicht zu spät hat sich nun eine Allianz im deutschen Buchhandel gebildet, die aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und den Markt zurückerobern will. Mit der Marke Tolino rüsten die Augsburger Verlagsgruppe Weltbild, der Münchener Buchhandel Hugendubel, der Hamburger Buchhandel  Thalia und die aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück stammenden Buchgemeinschaft Bertelsmann Club mit dem gemeinsamen Reader Tolino shine nach. Vertrieblich unterstütz wird das neue deutsche eBook System von den Internet Shops buch.de, bol.de und buecher.de, die allesamt zu den vier Protagonisten der eBook Allianz gehören. Als technischen Partner hat sich Tolino die Telekom gesichert, die unter anderem auch ihre Cloud für das System zur Verfügung stellt. Der Zeitpunkt für die Attacke gegen Amazon ist günstig. Wegen der skandalösen Behandlung von Leiharbeitern hat den der Marktprimus denkbar schlechte Publicity erhalten, weswegen viele Kunden dem US-Unternehmen am liebsten den Rücken kehren würden. Mit Tolino haben sie nun eine gute Alternative.

Erfolg durch Überzeugung mit HiLec statt HiTec

Technisch wird es schwer für die deutschen Buchhändler dem US-amerikanischen Kindle entgegen zu treten oder gar zu überholen. Zu ausgefeilt ist der Kindle, als das nennenswerte technische Feature das Kaufverhalten der Kunden auf einen Schlag beeinflussen könnten. Um von den rund acht Millionen eBook Lesern in Deutschland (laut Umfrage BITCOM/Forsa) möglichst viele Kunden zu gewinnen muss mit Service, Qualität und Auswahl gepunktet werden. Besondere und hochwertige Lektüre wird die  anspruchsvollen Leser sicherlich überzeugen können. Daneben bleibt zu hoffen, dass Tolino nicht nur auf internationale Massenliteratur setzt, sondern auch jungen deutsche Autoren eine gute Plattform zur Vermarktung bietet. So könnte Tolino nicht nur zum finanziellen Retter des deutschen Buchhandels werden, sondern auch dazu beitragen, die deutsche Literatur und Lesekultur gegen die starke Übermacht der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie zu schützen.

 

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