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Transkriptoren: Die Jäger der verlorenen Schriftschätze

transkriptorat für Schrifttranskription

Seit fast 9.000 Jahren sind wir Menschen in der Lage, Informationen nicht nur mündlich, sondern auch mittels standardisierter Zeichensysteme schriftlich widerzugeben. Diese Zeichensysteme, die wir umgangssprachlich als Schriften bezeichnen, waren und sind eines der wichtigsten Pfeiler der menschlichen Entwicklung. Mit Ihr können Texte mit Informationen ausgetauscht und Erfahrungen nahezu unbegrenzt lange gespeichert werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Schreiber und der Leser das genutzte Zeichensystem – also die Schrift – beide beherrschen. Ist dies nicht der Fall, müssen Übersetzer oder Transkriptoren die Texte in eine für beide verständliche Form bringen.

Die faszinierenden Übersetzungen vom Deutschen ins Deutsche

Neben der klassischen Übersetzung zwischen verschiedenen Sprachen, etwa von Büchern, wissenschaftlichen Arbeiten oder Vorträgen gibt es noch eine weitere faszinierende Form der Übersetzung. Im Münchener Transkriptorat werden historische, in altdeutschen Schriftenformen geschrieben Handschriften in digitale Form mit zeitgemäßem Schrifttyp gebracht.

Die Nachfrage nach solch einer Dienstleistung ist groß. Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, wie Museen oder Forschungseinrichtungen benötigen zunehmend historische Schriftstücke in sicherer und für jedermann lesbarer Form.

Verborgene Schätze in Sütterlin, Steno und Kurrent

In den Kellern und auf den Dachböden der Republik tauchen immer noch viele private Dokumente auf, die in altdeutscher Sütterlinschrift verfasst sind. Für Geschichtsliebhaber und Ahnenforscher sind diese historischen Postkarten, Feldpostbriefe oder Tagebücher von Vorfahren spannende Dokumente. Sie verbergen viel an Wissenswerten und Unterhaltsamen aus längst vergessener Zeit. Ein historischer Schatz, den es zu bergen und zu schützen gilt.

Es gibt aber nur noch wenige Menschen, die alte handgeschriebene Texte lesen können. Altdeutsche Schriften, wie etwa die von Ludwig Sütterlin entwickelte und Anfang des 20sten Jahrhunderts in Deutschland gebräuchlichen Sütterlinschrift werden nicht mehr gelehrt und verwendet. Erschwerend kann noch hinzukommen, dass Feuchtigkeit, Schmutz und die allgemeine Zersetzung des Papiers das Lesen schwieriger machen kann.

Das gleiche Problem haben auch professionelle Besitzer solcher historischen Dokumente. Museen, Bibliotheken oder Forschungseinrichtungen sammeln derartige Schriften, um die ursprünglichen, historischen Quellen unseres Wissens zu sichern. Hier kommt neben der Lesbarkeit noch die Anforderung an eine möglichst unbegrenzt lange Haltbarkeit der Texte hinzu. Auch noch so moderne Archivierungstechnik kann den allmählichen und unwiderruflichen Zerfall von Papierdokumenten nicht verhindern. Daher muss zumindest das Wissen aus den Dokumenten modern gesichert werden.  

Egal, ob private Schriften oder wissenschaftlich wertvolle Dokumente. Die Arbeit der Transkriptoren ist für unser gesellschaftliches Wissen ungemein wertvoll. Sie retten die Erfahrungen unserer Vorfahren in unsere Gegenwart und bereiten sie für die Gestaltung unserer Zukunft auf.

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